295: (ISS SO Classics) Leben mit Unverträglichkeiten - Woher sie kommen und was man gegen sie tun kann - zu Gast: Prof.

Shownotes

Fructoseintoleranz, Lactoseintoleranz, Glutensensitivität – gefühlt haben die meisten von uns mit Unverträglichkeiten zu kämpfen. Aber ist das wirklich so? Und wie genau unterscheiden sich die einzelnen Intoleranzen eigentlich voneinander? Welche Ursachen können zugrunde liegen, wenn im Erwachsenenalter plötzlich Unverträglichkeiten auftauchen? Und was hat das Mikrobiom unserer Haustiere mit unserem eigenen zu tun? Unser Experte für Gastroenterologie Prof. Dr. Christian Sina hat auf all diese Fragen interessante Antworten.

Hinweis: Wir produzieren keine neuen ISS SO-Folgen mehr. Diese Episode gehört daher zu den „ISS SO Classics“ und ist eine Wiederholung einer früheren Folge vom 28.07.2022. Bitte beachtet, dass einzelne Inhalte inzwischen nicht mehr aktuell sein könnten.

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00:00:02:

00:00:18: Hallo ihr Lieben, schön dass Ihr wieder dabei seid.

00:00:21: Bei einer neuen Folge ist so der Ernährungspodcast mit Achim Sam

00:00:25: und Julia Rohrmosa!

00:00:29: Und wir sprechen in diesem Podcast ja auch immer ganz gerne über Intoleranzen, über Laktoseintoleranz.

00:00:34: Über Steliakie!

00:00:35: Über Glutenensensibilität, über Fuktosintolerans und so weiter und sofort.

00:00:40: Worüber wir aber noch nicht gesprochen haben ist wo kommt denn eigentlich diese ganzen Unverträglichkeiten her?

00:00:45: Wie unterscheiden sie sich und welche Rolle kann dabei Lebensstil und Ernährung spielen?

00:00:50: Und dafür haben wir uns natürlich wieder unseren Lieblingsexperten zu diesem Thema eingeladen.

00:01:00: Ja, ich denke es braucht gar kein großes Intro weil wie eh schon alle Fans von ihm sind.

00:01:04: Er hat auf alle Fragen immer eine passende Antwort zumindest wenn's um den Bereich Darm geht.

00:01:09: Ernährung ist einer der führenden Forscher im Bereich der Gastroenterologie und treuer Podcast-Gast und Freund.

00:01:16: Herzlich willkommen, Professor Dr.

00:01:18: Christian Siener vom Institut für Ernährungsmedizin am Campus Lübeck!

00:01:22: Lieber Christian auch an dich eine Frage vorweg ist es nur eine gefühlte Wahrheit oder nämlich Unverträglichkeiten irgendwie so wahr dass es eigentlich immer mehr wird?

00:01:33: Ja ja also liebe Julia lieber Achim vielen Dank das ich heute wieder dabei sein darf.

00:01:38: Ich glaube das trifft es ganz gut gefühlten Wahrheiten.

00:01:41: Man muss schon festhalten, wenn wir ganz knallhart auf die Daten schauen wollen dann bemerken wir das so richtig Daten eigentlich dafür nicht vorhanden sind.

00:01:50: Also wenn wir jetzt beide in die Fußgängerzone gehen würden nach Hamburg und dann die Leute fragen würde dann würde jeder vierte jede fünfte sagen Mensch ich vertrag das ein oder andere nicht aber runtergebrochen eben auch auf Daten ist es schwierig.

00:02:07: Es gibt einige Schätzgrößen die sagen acht bis zwölf Prozent, etwa alle an Deutschland lebenden Menschen haben eine Art von Unverträglichkeit.

00:02:18: Aber das sind wie gesagt keine richtig sauberen Daten auf denen wir argumentieren können.

00:02:24: Man kann aber sagen dass es eine der häufigsten Besuchsgründe beim Gastsointologen also die Unvertretlichkeit zum Beispiel gegenüber Milch aber auch gegenüber Dingen die vielleicht gar nicht bekannt sind was ist denn eigentlich ist?

00:02:39: Also unklare Beschwerden.

00:02:41: Gibt es dann heute so eine Verschiebung der Begrifflichkeiten, dass man schneller sagt.

00:02:45: Man ist intolerant oder hat vielleicht auch eher eine Sensibilität?

00:02:49: Wo man früher sagte, ach komm stelle ich nicht an.

00:02:52: Verträgst du halt das Brot jetzt mal nicht oder quengeln dich so rum wo man vorher vielleicht eher drüber gegangen ist und wo man aber heute leichter sich outet und sagt naja ich habe da eine Intoleranz.

00:03:04: Oder gibt es diese Begrifflichkeit denn eigentlich schon immer?

00:03:08: Also Sensibilität oder Unverträglichkeit?

00:03:10: Die Rangehensweise, um dann eine Systematik reinzubekommen ist das was wir im englischen Adverse Reaction to Food.

00:03:18: Also eine Unvertretlichkeit gegenüber Nahrungsmittelbeschreibnis der Oberbegriff.

00:03:24: also ich esse etwas und habe im Nachgang dann Probleme zum Beispiel mit dem Gastondesinaltrakt in Form von Bauchschmerzen oder auch Durchfall.

00:03:34: Das sind also Dinge die wir so bezeichnen können.

00:03:37: Und dann haben wir aber darunter eben mehrere Untergruppierungen und eine große Gruppe, das sind die Intoleranzen.

00:03:45: Hier geht es vor allem um den weit auf viel geladeten Verdau von Kohlendhydraten.

00:03:50: da ist die Laktoseintoleranz zum Beispiel oder die Fructosin-Toleranz einer der Ursachen.

00:03:55: Wir haben aber auch die allergisch immunologisch also durch das Immunsystem vermittelten Erkrankungen.

00:04:01: Da gibt's in Richtung Nahrungsmittel Allergien und Dann Haben wir eine Große Gruppe.

00:04:05: Das ist eine relativ und definierbare Masse von Menschen, die haben eben typische Beschwerden.

00:04:11: Und dann weiß man aber nicht was eigentlich der Auslöser ist?

00:04:14: Dass es die große Gruppe der Reizdarm-Patienten, die wir auch – das zeigen neue Daten – zunehmend in dieses Systeme der Ernaugungsmittel Intoleranzen schrägstrich Allergien einbeziehen sollten weil wir eben sehen dass hier viele der Betroffenen eben auch an einer Ernahungsmittel Unverträglichkeit leiden.

00:04:33: Wann merkt man das denn?

00:04:34: Also hat man immer Bauchschmerzen und sage ich mal Durchfall, wenn man irgendwas nicht gut verträgt oder kann es auch andere Symptome haben.

00:04:43: Also der Klassiker... Da fange ich immer an zu erzählen mit der Laktose in Toleranz.

00:04:48: da ist es relativ klar dass die Beschwerden eben im Gastfrontestinaltrakt also Magendamntrakt angesiedelt sind.

00:04:57: Es gibt aber auch Berichte, das geht dann so zum Beispiel nicht zu der kiewaizen-Sensitivität.

00:05:03: Das sind so Beschreibungen, dass dann auch möglicherweise Denkprozesse beeinflusst werden, dass da ein starkes Müdigkeitsgefühl aufkommt.

00:05:14: Dass vielleicht auch so etwas wie eine laufende Nase tränen Augen mit einer Rolle spielen können bis hin zu denjenigen, die wirklich stark allergisch reagieren, die dann bis hin zur Luftnotreaktion zeigen.

00:05:26: Das kennt man vielleicht von den Erdnussallagikern.

00:05:28: Die müssen also nur eine Spur von Erdnos irgendwo in einem Lebensmittel drin haben und dann kriegen die massiv Probleme bis hin zum Anaphylaktischen, also allergischen Schock.

00:05:37: Das heißt es kann richtig lebensgefährlich werden teilweise?

00:05:40: In dem Fall ja!

00:05:42: Wo kommen denn die Unverträglichkeiten her?

00:05:45: Gibt das da?

00:05:45: ne... Eine historische Wandlung, also ich erinnere mich an das Beispiel was du genannt hast mit den Ballaststoffen.

00:05:51: Was wir auch schon mehrfach zitiert haben von dir.

00:05:53: Dass wir quasi als Jäger und Sammler von einem Ballastoff Menge oder wo wir noch weitere Rinde gekaut haben, was du ja auch mal so schön beschrieben hast.

00:06:02: Von Hundertfünfzig oder gar mehr Ballastaffen Gramm pro Tag sind.

00:06:06: mittlerweile empfiehlt die WHO.

00:06:08: Ja dreißig Gramm wenn man auf Fünfzehn Gramm Pro Tag kommen ist es glaube schon relativ viel.

00:06:13: Und jetzt versucht man natürlich, sich dann nach oben zu futtern und möglichst viele Ballerstoffe zu essen.

00:06:18: Das ist ja das was man quasi so als Reaktion auf diese Empfehlung dann versucht positiv umzusetzen und dann kommt es eben zu Probleme weil wir ja das Mikrobioma eigentlich oder diesen Mikroorganismen gar nicht mehr in der Vielfalt haben um mit dieser großen Ballerstoffmenge umzugehen.

00:06:33: Ja, also das ist eine total spannende Frage.

00:06:36: Und ich möchte voraus schicken und dass es ja nicht nur die eine Unverträglichkeit, die eine Allergie oder die eine Intoleranz gibt sondern ganz ein Blumenstrauß an unterschiedlichen Dingen, die in einer Rolle spielen.

00:06:49: Bei der Laktoseintoleranz zum Beispiel da reden wir sehr viel auch über genetische Faktoren, dass wir irgendwann mal unsere Laktosetoleranz verlieren weil wir nicht mehr auf Milch angewiesen sind.

00:07:01: Das ist ein ganz physiologischer Prozess und man muss eigentlich sagen, über siebzig Prozent der Weltbevölkerung vertragen ja keine Laktose.

00:07:09: das heißt dass wir sozusagen in eine Laktosentoleranz reinkommen ist möglicherweise eben etwas was physiologisch passiert.

00:07:16: denn eigentlich sind wir davon oder gehen wir davon aus als Säugling muss sich die Muttermilch vertragen.

00:07:22: es heißt ich muss laktose tolerant sein und irgendwann hat sich das Thema erledigt überlegt sich der Körper, naja wieso soll ich dann so ein Enzym was in der Herstellung relativ aufwendig ist noch produzieren?

00:07:34: und dann verliert man die Enzymherstellenden Prozesse.

00:07:38: Und am Ende werde ich dann Laktose intolerant.

00:07:41: Da spielt Genetik eben eine große Rolle.

00:07:43: Darf ich da eine kurze Zwischenfrage

00:07:44: stellen?

00:07:44: Entschuldige mir nicht daran erbrechen aber ist es dann so dass wir ein kleineres Toleranzlevel haben oder geht das dann wirklich ganz bis in eine Laktosentoleranz?

00:07:56: Also haben wir quasi auch für Fruktose und Filaktose beispielsweise verschiedene Toleranz-Limits oder Leveln.

00:08:03: Und wenn wir die eben überschreiten, dann tun sich die enzymatischen Prozesse uns weiter schwer und wir kriegen dann eben Probleme?

00:08:10: Oder habe ich denn gleich eine Intoleranz?

00:08:14: Genau also das ist nicht so dass alles nichts oder Prinzip sondern es ist eher so dass es eine Dosisabhängigereaktion ist und das kann jeder für sich selber Testen, also zum Beispiel eine Fructosebelastung über Fruchtsäfte oder vielleicht auch auf Früchte die man dann zu sich nimmt.

00:08:33: Irgendwo erreichen wir unsere Toleranzgrenze wo dann auch wirklich jeder am Ende des Tages dann Gastondesignale Symptome entwickeln wird.

00:08:40: nur dies eben ja sehr sehr unterschiedlich.

00:08:42: das kann bei schon zehn Gramm, zwanzig Gramm am Tag losgehen und bei einigen passiert dann erst nach zweihundert Gramm etwas übertriebene Maße.

00:08:52: Du hast mal das schöne Beispiel genannt und sagt, dass wenn man schon zum Frühstück die Probleme hat oder Probleme dann mit bestimmten Nahrungsmitteln.

00:08:59: Dann ist es mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Intoleranz.

00:09:03: Und wenn man erst gegen Abend dann Probleme bekommt, dass es an dieser Überschreitung des Toleranz-Limits liegen könnte.

00:09:13: Das finde ich immer so eine ganz schöne Formel, die man für sich im Kopf haben kann.

00:09:20: Probleme habt, dann ist es eher eine Unverträglichkeit.

00:09:24: Also das zielt ja auf insbesondere die Fructose Malabsorption oder Intoleranz ab.

00:09:31: da ist es besonders so dass wir noch eine relativ gerade morgens die Kapazität der Aufnahme von Fructosen, die relativ langsam über den Darm ist, dass das noch gut funktioniert.

00:09:42: aber mit anfallender Fructose führt eben diese langsame Aufnahme dazu Im darmen selber und überall dort wo sich dann dann zuckermoleküle anreichern können bakterien also unser darmikrobiom Dann stoffwechselprozesse betreiben die ja deutlich mehr gasproduzierend sind und damit eben auch diesen typischen bleibhauch verursachen Als das sozusagen bei den schwerer verdaulichen konhydraten der fall wäre wo erst aufwendige spaltprozese notwendig sind Und das funktioniert dann auch eher erst im dickdarm.

00:10:16: hier haben wir also die situation dass wir relativ schnelle Stoffwechselprozesse ankurbeln.

00:10:22: Und es kommt dann zu der Situation, dass viele Leute berichten, na ja morgens starte ich noch gut in den Tag aber dann über den Tag nimm Schmerzen irgendwie zu und unter Bauchspand und ich fühle mich dann wie im achten oder neunten Monat schwanger.

00:10:34: Das ist also etwas was relativ häufig berichtet wird und das kann eben durchaus an einer Fructose und Halaranz liegen.

00:10:43: Das kann aber auch eine Bakktäle über- oder Fehlbesiedlung des Dündarms sein.

00:10:47: Also eine Situation bei der so gehen wir zumindest aus, eigentlich im Dickdarm lokalisierte Bakterien hochwandern den dünnen Darm und letztendlich in einer dafür nicht ausgelegten Stelle dann Fermentationsprozesse betreiben.

00:11:01: Aus zum Beispiel der Zufuhr von kurzkettigen Zuckermolekülen.

00:11:06: Und das ist durchaus auch ein Problem.

00:11:09: und da kommen wir noch mal zu deiner Frage, wie weit unser Lebenswandel hier eine Rolle spielt.

00:11:13: Da wissen wir dass bestimmte Triggerfaktoren und Auslöser vorliegen, also zum Beispiel eine vorangegangene Einnahme von Antibiotika.

00:11:21: Zum Beispiel nach einer Weisheizzahnextraktion.

00:11:25: Es gibt also Menschen die sind vorkommen ohne Beschwerden ihr Leben lang gewesen gehen zum Zahnarzt lassen sich einen Zahn ziehen Nehmen dann profilaktisch ein Antibiatikum für zwei drei Tage Und die berichten naja nach der Einnahme des Antibiotikums zwei drei vier Wochen später sind dann Beschwerden aufgetreten, die dann auch nicht mehr weggegangen sind.

00:11:46: Das heißt hier hat es und so gehen wir davon aus ein Schiff in der Mikrobiomszusammensetzung gegeben das heißt plötzlich andere Bakterien an einer vielleicht falschen Stelle zu falschen Zeit und können diese Probleme verursachen.

00:12:01: oder auch im Klassiker ist die Reisediarröh.

00:12:05: Also wir reisen in fremde Länder und kriegen da typischerweise.

00:12:10: Indien, Thailand, Indonesien das sind so die Klassiker wo dann auch viele junge Leute als Rucksack-Touristen hinreisen.

00:12:19: Die kommen dann zurück und sagen ich hatte eine wirklich starke Gastroenteritis aber die Beschwerden die ich da hatte die sind zwar etwas zurückgegangen aber trotzdem haben sie noch Bestand.

00:12:29: Ich habe also Magendarmbeschwerden im Sinne von entweder Durchfallepisoden oder ein aufgeblähten Bauch und das geht seit dieser Zeit nicht zurück.

00:12:40: Auch da reden wir von einer möglicherweise über- oder fehl Besiedlung, das haben wir früher auch mal als postinfektiöse Reizdamsyndrom genannt.

00:12:48: aber da wissen wir zunehmend dass hier doch in vielen Fällen eben eine Fehl- oder Überbesiedlung im Dündarm vorlegt Und

00:12:54: die kriegt man dann theoretisch wieder weg, also so plötzlich wie theoretisch gekommen ist.

00:13:00: Kann die denn wieder gehen?

00:13:01: Also ist es ein Unterschied ob du die Unverträglichkeit seit der Geburt sozusagen hast?

00:13:05: Ja, das ist ganz wichtig weil viele Menschen ja mit diesen Beschwerden auch rumlaufen und der Alltag wirklich in die Lebensqualität eingeschränkt ist.

00:13:13: Man muss es erstmal erkennen, man muss es benennen und dann kann man in der Tat auch therapeutische Maßnahmen ergreifen.

00:13:20: Das wäre zum Beispiel eine Ernährungsumstellung überschaubaren Zeitraum von zum Beispiel so acht bis zehn Wochen, mal die Auslöser dieser Situation versucht zu reduzieren.

00:13:34: In diesem Falle würde man dann z.B.

00:13:37: die Aufnahme von diesen schwerverdaulichen kurz kettigen Zuckermolekülen den sogenannten FOD-Maps Das würde man reduzieren, das kann helfen und da ist es in der Tat so dass danach wenn man dann diese Fortmaps langsam wieder einführt am Ende diese Beschwerden gar nicht mehr in dem Umfang bestehen.

00:13:54: Das heißt viele Leute kommen eine Situation wo es dann wirklich besser wird.

00:14:00: Man lernt sozusagen an mit einer Bestückung oder mit quasi einem Aufbau, was man auch mit Ballaststoffen ja durchaus machen sollte wie du hier auch schon beschrieben hast.

00:14:10: Dass man jetzt nicht gleich quasi sich diese große Ballaststoffmenge zumutet sondern versucht eben sich langsam in der Ballast-Menge nach oben zu futtern an dieser Richtgröße von WHO – dreißig Gramm pro Tag.

00:14:22: Ja also in dem Falle wäre es aber so dass man würde erstmal die Symptomlast reduziert.

00:14:28: auf der einen Seite und auf der anderen Seite ist dieses Fortmap Konzept auch ein Mikrobiomodulierendes Denn wenn die Bakterien, die da im Dünndarm zum Beispiel sitzen nicht mehr die schnell verfügbaren Zuckermoleküle bekommen.

00:14:41: Dann fühlen sich dann nicht mehr wohl, schrickstrich sie verlieren ihre ökologische Nische häufig und verziehen sich dann mal bildlich gesprochen wieder in den Dickdarm oder können einfach nicht in der Situation überleben.

00:14:52: Und das führt sozusagen zu einem Art von Reset Sodass man dann nach dieser Zeit, wenn wir langsam diese Zuckermoleküle wieder einführen.

00:15:00: Dass sich dann PöApö vielleicht für den Einzelnen einführt... günstigeres Mikrobiom wieder ausbildet.

00:15:07: Also ich hab von der Reise Diarrö und so habe ich nichts, wenn ich dann kurzfristig bestückt bin mit den Mikroorganismen die ich dann aber nicht mehr brauche nach dem Urlaub dann habe ich einmal die Probleme.

00:15:18: Der Gedanke ist nur an der Stelle dass man wie es früher war oder auch in vielen Urvölkern ja noch so ist das sie ein sehr breites Mikrobiome haben weil sich natürlich auch sich breit ernähren müssen und dass da eben die Probleme nicht so bestehen wie bei uns in der westlichen Welt.

00:15:34: Also es macht aber jetzt auch keinen Sinn, wenn ich dich verstehe das man versucht diese Mikrobiomwiese zu erweitern.

00:15:44: also Ergo... Ich hätte da was von wenn ich im Urlaub quasi mir einen anderen Bakterienstamm da aufs Sacke länger fristig sondern weil er sowieso die Nische hier nicht findet und ich den gar nicht füttern mit dem was er da drüben eben zur Essen kriegt.

00:16:00: Prinzipiell ist es immer noch eine Blackbox, das heißt ich will jetzt nicht abstreiten dass davon auch der Einzelne profitieren kann.

00:16:08: Es ist sogar so, dass wir durchaus auch empfehlen möglichst viele auch auch prebiotische d.h.

00:16:13: Ballerstoffquellen zu nutzen um die Vielfalt im Darm zu unterstützen.

00:16:19: also unterschiedliche Ballerstoffquellen werden auf unterschiedlichen Bakterienarten dann benutzt um Wachstum anzuregen.

00:16:27: Und je vielfältiger das da Mikrobiom ist, desto besser auch unsere Resilienz gegenüber zum Beispiel Durchfallerregern oder anderen krankheitsrelevanten Erregern die dann in den Magendamen Trakt eindringen.

00:16:40: Also so kann man das schon sagen nur es ist eben ein Unterschied wenn es zu einem krankhaften Situation kommt In dem letztendlich Bakterien nicht nur in ihrer Vielfalt möglicherweise verändert sind, sondern wo es auch zu einer Überpopulation in Darmabschnitten kommt die dafür eigentlich nicht ausgelegt sind.

00:17:00: Denn der Dünderm ist wesentlich keimärmer als der Dickdarm.

00:17:04: Das heißt der Dünn-Damm kann nur zum bestimmten Prozentsatz Bakterie dort tolerieren weil der Dünst am wenn er gedehnt wird.

00:17:13: Dafür ist er eigentlich auch nicht so ausgelegt.

00:17:15: diese Beschwerden verursacht und das ist genau das was wir sehen

00:17:20: Wenn du von der Vielfalt sprichst oder dass man versucht, komplex auch wieder unterschiedliche Bakterienstimme anzuholen oder die Wiesegröße zu machen.

00:17:29: Da sprichest du jetzt aber von spezifischen Lebensmitteln.

00:17:32: Du hängst also nicht wenn du mit deinem Hund spazieren gehst irgendwie wie früher am Baum und pflückst dir da die Rinde das dann Mikrobiome eine größere Vielfaltung bekommt.

00:17:41: Ja, aber auch das ist etwas was... Das ist gar nicht so klar, wie sich unser Mikrobiom von außen konstituiert.

00:17:51: Es gibt durchaus den Einfluss der Hausgemeinschaft – eigentlich die größte Einflüsse auf das Mikrobiome.

00:17:59: mit wem lebt man im Haushalt zusammen?

00:18:03: Und da gibt es auch ganz spannende Daten in der Tat.

00:18:05: Lebt man mit einem Hund zusammen oder ohne Hund, also schräg-schräg Haustier?

00:18:09: Auch das hat einen riesigen Einfluss auf unsere Komposition des Mikrobioms.

00:18:13: Übrigens auch die Komposition unseres Mikrobiomes beeinflusst das Mikrobiom des Hundes und es ist sogar so, dass der Hund in dem eigenen Haushalten ähnlicheres Mikrobium nach Studien hat mit seinen Besitzern im Vergleich zu dem Hund, der in der Nachbarschaft wohnt.

00:18:32: Also auch das ist etwas was extrem spannend ist.

00:18:37: Aber profitieren wir denn davon oder ist das eher von Nachteil?

00:18:40: Na ja, das ist Gegenstand der Forschung zu sagen wie wir am Ende davon profitieren.

00:18:45: Es gibt durchaus auch assoziierende Studien die zum Beispiel gezeigt haben dass der Hygienestatus und auch das Zusammenleben mit Äthieren beginnend in der Frühkindheit durchaus auch protektiv gegenüber zivilisatorischen Erkrankungen ist.

00:19:02: also man weiß als weniger Allergien, weniger Asthma zum Beispiel auftritt sodass man schon davon ausgehen kann, dass es hier eine Einflussgröße gibt.

00:19:11: Wir wissen unser Immunsystem wird ja stark durch die Darmbakterien beeinflusst und das wir in einer gewissen Form von Auseinandersetzung mit Mikroorganismen brauchen damit unser Immunsystem ist lernt mit diesen letztendlich auch auszukommen und nicht über zu reagieren.

00:19:28: Und eine der großen Hypothesen ist ja die Hygienetheorie, die verantwortlich gemacht wird für viele dieser Erkrankungen, die wir doch in zunehmenden Maße haben.

00:19:37: Dass durch die falsche oder vielleicht auch fehlhafte Prägung des Immunsystems dort überschießende Immunreaktion zu finden sind und das wird diskutiert zum Beispiel im Kontext von Allergien aber auch von chronischen Entzündungserkrankungen bis hin zur rheumatischen Erkrankung.

00:19:55: Das sind also alles Dinge Unheimlich, wenn die spannend sind.

00:19:58: Die aber so komplex sind dass es eine richtige klare auch saubere Beweisführung dort am Ende des Tages noch aussteht.

00:20:09: Also in der Tendenz eher Bauernhof als Kind als OP-Saal?

00:20:13: Genau!

00:20:15: Ich habe mal eine kurze Frage und zwar eine Freundin von mir, die ist zum Beispiel auch fructusentolerant.

00:20:21: Ist aber trotzdem weil sie Obst einfach liebt immer wieder

00:20:24: an der Stelle muss ich.

00:20:25: das ist immer wenn immer dieses kommt eine freundin vor mir oder meine schwägerin oder mein schweiger sagt doch gleich es geht um dich.

00:20:34: gibt's noch zu?

00:20:35: wir kennen uns alle hier einige podcast aufgezeichnen sprich ruhig von dir.

00:20:39: also julia hat

00:20:41: so ein

00:20:41: Problem.

00:20:42: was ist denn wenn man es trotzdem Macht und einfach sagt, ich nehme die Bauchschmerzen gerne in den Kreis.

00:20:48: Ist es eigentlich schädigend auf diese Unverträglichkeiten nicht zu hören?

00:20:53: Also macht das irgendwas mit dem Körper oder ist es tendenziell egal?

00:20:56: man muss halt nur mit den Bauchspärzern irgendwie klarkommen?

00:20:58: Ja also auch das hängt davon ab um was es sich handelt.

00:21:01: bei einer Fructose in Toleranz, bei der Lactose in Toleranz gerade als erwachsenen Mensch sich das als nicht problematisch an.

00:21:09: Das ist natürlich dann, wenn man heranwachsend ist im Kindesalter etwas anderes denn durch ständige Bauchschmerzen auch durch ständig Durchfälle kann zum Beispiel die Aufnahme von weiteren dann auch Nährstoffen eingeschränkt sein

00:21:24: d.h.,

00:21:24: es kann zur Wachstumsverzögerung kommen.

00:21:27: wir haben ja auch die allergischen oder autoimmunologischen Ernahrungsmittel-Intoleranz und z.B.

00:21:34: Also die Glutensensitivität.

00:21:38: Da ist es so, da muss ein striktes Meiden eben vom Gluten erfolgen.

00:21:43: Das heißt, da hat es medizinischen Mehrwert zu sagen, da bitte streng drauf achten dass das nicht aufgenommen wird.

00:21:50: Es wie gesagt immer wachsen Alter wenn man's vermeiden kann oder wenn man sagt man möchte das eben und das ist eine wildliche letztendlich Entscheidung.

00:21:58: ist das vorkommen in Ordnung vielleicht als kleinen Trick.

00:22:01: Wenn man fructoseintolerant ist, kann man durch etwas zusätzlich zugeführten Zucker die fructosintoleranz kurzfristig etwas verbessern.

00:22:13: Wir wissen das Fructose zusammen nur mit der Glucose also dem anderen Zuckermolekul in die Darm-Epithelzelle aufgenommen wird und sobald die Fructase über die Darmbarriere hinweg kommt oder in die Darmepithelzelle aufgenommen worden Stellt es natürlich den Bakterien nicht mehr zur Verfügung, die dann anfangen die Fruchtose aufzunehmen und diese Gase produzieren.

00:22:38: Das ist ja ein sehr guter Lifehack.

00:22:39: Ich hinde immer eine wichtige Frage, die mir gerade zu der Anschaffung eines Haustiers gekommen ist.

00:22:43: Wir haben zu Hause einen Korgi, den brauchen wir nur irgendwas vor die Nase halten und dann kauten auch nicht mal.

00:22:51: Der schluckt.

00:22:52: Wer ist denn sinnvoller?

00:22:52: Ich würde quasi den Haushalt noch mit so einem Windhund oder so.

00:22:55: Also Bernhard Diener war wahrscheinlich auch denkbar ungünstig wenn sich das Mikrobiom dann mischt.

00:23:00: Aber da werden auch Winterhunde oder schlanke Hunderrasen, die eher eine Tendenz zum weniger Essen haben gar nicht so schlecht.

00:23:05: Ich meine jetzt mit Hinsicht auf dein Vergleich

00:23:09: bzw.,

00:23:09: das Beispiel genannt, dass man Schlachtrösser dazu genutzt hat früher um das Mikrobiom zu ... wie sagt man da?

00:23:20: Zu transplantieren, um die Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft zu erhöhen.

00:23:27: Vielleicht hast du ja ein Tipp, welche Hunderrasse würde sich denn eignen, dass man selber davon profitiert der Stoffwechsel.

00:23:35: Also das ist in dem Falle den Du gerade genannt hattest, ging es um die englischen Schlachtrösser, die den Stuhl, das Mikrobiom transportiert bekommen haben.

00:23:47: von diesem Fall Hannover-Rahnen glaube ich also die Welfen, die dort historisch auch verwandelt waren.

00:23:52: Das hat letztendlich dann die Schlachtrüsser wieder geheilt vor den Klostridien.

00:23:57: Dort hatten als Verursachen in Keim, aber jetzt können wir das Ganze nochmal eine Runde weiter drehen und hier geht es so würde ich fast sagen um den Begriff der Transfaunation.

00:24:07: Also etwas was zum Beispiel in der Fremdenlegion durchaus gängig war.

00:24:13: Viele Europäer sind dann im Militäreinsatz nach Afrika gekommen eigentlich alle die ersten Tage eben diese typische Reise Durchfallerkrankung bekommen, aufgrund dieser sich verändernen auch hygienischen Standards der unterschiedlichen Mikrobiome, die dann auf den Einzelnen eingebrasselt sind.

00:24:32: Was man gemacht hat, man hat den rekrutenden Kameeldunk zu Essen gegeben getrockneten Kameel-Dunk.

00:24:39: Hohm letztendlich ist ein bisschen die Flora sozusagen in einer... Fert angepassten Dosierung ganz unbewusst zuzuführen.

00:24:49: Und das hat dazu geführt, dass dort eben diese Einsatzbereitschaft von vornherein dann gegeben war ohne dass eben dieser Durchfallbedingte oder gastrointestinal bedingt Ausfall vorlag.

00:25:03: Das ist

00:25:03: natürlich eine strengere Einschätzung.

00:25:05: Ja, gut und jetzt kommen wir zu dem Punkt, kann man das übersetzen auf die häusliche Situation?

00:25:13: Kann man hier möglicherweise Empfehlungen für irgendwo ein Hund machen?

00:25:18: Nein so weit sind wir nicht!

00:25:20: Was man aber dazu sagen muss es gibt durchaus auch Mikrobiometransfer-Experimente oder Stuhltransplantationsexperimentes dass man Übergewichtigen, auch Diabetikern zum Beispiel den Stuhl das Mikrobiom implantiert hat im Rahmen einer Stuhltransplantation von besonders schlanken und gesunden Individuen.

00:25:41: Und da hat man sehr schön zeigen können, dass das ein positiven Effekt auf die Gewichtsentwicklung oder auch auf die Blutzuckerparameter hatte der eben übergewichtige Probanden.

00:25:51: Das macht also durchaus Sinn.

00:25:52: wir haben ja auch in der Onkologie zb so etwas wie Immuncheckpoint-Inhibitorentherapie, das sind also neue Therapieverfahren die Bremse im Immunsystem lösen sollen damit unser Immunystem Tumorzellen wieder entdeckt.

00:26:07: Und auch da wissen wir hat das Mikrobiom eine große Rolle wenn es darum geht spricht eine Person auf diese Therapie an oder nicht?

00:26:16: und hier gibt es sehr gute Daten zuerst im Mausmodell jetzt aber

00:26:20: auch

00:26:21: im Human, also im Menschenmond.

00:26:23: Dass man wirklich diesen Effekt des Ansprechens durch einen Mikrobiotransfer potenzieren kann indem man zum Beispiel den Stuhl transplantiert von Menschen, von denen man weiß dass sie auf diese Therapie ansprechen.

00:26:36: Also etwas was sehr spannend ist und was so ein bisschen das Potential unterstreichen soll.

00:26:42: Ja lieber Christian!

00:26:44: Vielen vielen Dank.

00:26:45: erstmal an dieser Stelle schon mal.

00:26:47: wir sind Allerdings natürlich noch nicht ganz am Ende.

00:26:49: Du kennst es ja schon von den vorherigen Folgen, die wir mit dir aufgenommen haben!

00:26:52: Es wartet ja noch dein Highlight der Woche auf uns.

00:26:55: Da sind wir sehr gespannt, was du uns heute mitbekommen

00:26:57: hast.

00:26:57: Jetzt sage ich nicht Kamel-Dunk...

00:26:59: Das Highlight Der Woche.

00:27:04: Nee, denn ich habe mir überlegt, ich nehme heute die Erbse.

00:27:08: Erst mal ist ein heimisches Gemüse, Hülsenfrüchte, Superproteinlieferant, reich an Mikronährstoffen, also etwas, das jetzt auch in die Zeit gut reinpasst.

00:27:19: Und Erbsen, zubereit als Sättigungsbeilage.

00:27:21: Aber eben auch so mal aus der Hand, direkt aus der Schote genossen ist für mich das Superfood der Woche.

00:27:30: Aber es muss nicht bei einer Erbse bleiben?

00:27:31: Es dürfen noch ein paar mehr sein nämlich hier an oder?

00:27:33: Absolut!

00:27:35: Gott sei Dank!

00:27:36: Christian Kuhl.

00:27:37: also vielen vielen Dank dass du wieder bei uns warst.

00:27:39: wir wissen natürlich sehr zu schätzen.

00:27:40: Wir wissen ja auch die Forschung schläft nicht und dass du dir diese Zeit immer vor uns nimmst.

00:27:43: Das wisst mir wirklich sehr wertzuschätzen und die Hörerinnen daraus wahrscheinlich

00:27:48: auch.

00:27:48: Dass du gerade im Amt sitzt und der Helikopter hier hinter dir landet, das haben wir glaube ich jetzt auch gehört.

00:27:53: Ich hab die Fenster zu aber der fliegt direkt über's Haus.

00:27:58: Man

00:27:58: merkt zumindest dass du bei der Arbeit bist.

00:28:01: also ganz herzlichen Dank.

00:28:02: es war wieder und es wird nicht das letzte mal gewesen sein.

00:28:05: ich glaube da tauchen jetzt auch viele Hörerinnen und Hörervragen auf.

00:28:09: gerade wahrscheinlich zur Auswahl des Haustiers kann ich mir gut vorstellen vielleicht finden wir ja bis zum nächsten Mal dann doch irgendwie eine Studie in der Auswertung oder vielleicht ist die Forschung schon so weit, dass man sagen kann.

00:28:21: Der Samen du schaffst ja im besten Windhundern!

00:28:23: Liebe Christian vielen Dank, dass du

00:28:27: dabei warst!

00:28:28: Ja bis zum nächsten Mal!

00:28:32: Und vielen dank euch natürlich auch fürs Zuhören.

00:28:34: wir hoffen die Folge hat euch gefallen und ihr habt einiges wieder für euch mitnehmen können.

00:28:37: wenn ihr Menschen in eurem Umfeld habt die diese Folge interessieren könnte dann empfehlt uns gerne gerne gerne weiter.

00:28:43: Wir freuen uns über jeden Support und macht es gut.

00:28:46: ihr Lieben

00:28:46: Ist so.

00:28:47: Tschüss,

00:28:54: danke!

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